Pressemitteilung: Kampf für Frauenrechte und gegen sexualisierte Gewalt muss jeden Tag Thema sein

Presseerklärung der GRÜNEN Bürgerschaftsfraktion und des Landesverbandes der GRÜNEN zum Weltfrauentag am 8. März 2016
Am 8. März ist Weltfrauentag. Aus Sicht der Hamburger Grünen haben die Ereignisse an Silvester und vor allem die daran anschließende Diskussion gezeigt: Der Kampf für Frauenrechte und gegen Gewalt an Frauen muss jeden Tag Thema sein, nicht nur am Weltfrauentag.
Dazu Mareike Engels, frauenpolitische Sprecherin der Grünen Bürgerschaftsfraktion:
„Der diesjährige Weltfrauentag steht für uns im Zeichen des Einsatzes gegen Gewalt an Frauen. Wir wollen, dass Frauen in Deutschland und weltweit frei von Gewalt und selbstbestimmt leben können. Viel zu oft sind sie von Gewalt betroffen, werden diskriminiert oder leben in Angst und Abhängigkeit. Nach Silvester hätten wir als Gesellschaft die Chance ergreifen können und endlich mal über die Ursachen von Gewalt sprechen können. Dies wurde aber versäumt. Wir brauchen eine Debatte zu Geschlechterrollen, Männerbildern und den Zusammenhang zu sexualisierter Gewalt. Und wir brauchen diese Debatte unabhängig vom kulturellen Hintergrund der Betroffenen. Klar ist: Jede sexuelle Handlung gegen den Willen einer Frau ist großes Unrecht und darf in unserer Gesellschaft nicht akzeptiert werden. Deswegen ist es wichtig, dass das Sexualstrafrecht nun endlich vollumfassend reformiert wird. Es muss gelten: Nein heißt Nein! Deshalb appellieren wir an die Bundesländer, der auf einen rot-grünen Bürgerschaftsantrag zurückgehenden Bundesratsinitiative Hamburgs zuzustimmen.“
Linda Heitmann, frauenpolitische Sprecherin im Landesvorstand der Hamburger Grünen, ergänzt:
„Genauso inakzeptabel sind für uns Asylrechtsverschärfungen als Antwort auf die sexuellen Übergriffe in der Silvesternacht. Wer wirklich über die Ursachen von Gewalt reden will, muss ehrlich über Geschlechterrollen und Dominanz sprechen und reflektieren – und zwar unabhängig von Religion und Herkunft. Sexismus und Diskriminierung sind in unserer Gesellschaft seit langem Alltag, werden jedoch immer noch viel zu wenig hinterfragt. Wir wollen nicht aufhören, Ursachen und Wirkungen zu benennen und eine differenzierte Debatte zu führen – im Kampf für Frauenrechte und gegen Rassismus.“
Hintergrund:
Einen ausführlichen Blogbeitrag von Mareike Engels und Linda Heitmann zu Feminismus und sexualisierter Gewalt an Frauen finden Sie im Anhang. Dieser wird gegen Abend auf dem Blog www.gruen-ist-lila.de veröffentlicht. Darin beschäftigen sich die Autorinnen selbstkritisch mit der Frage, was die Grünen von #ausnahmslos lernen sollten. Auf ihre Positionen machen die Hamburger Grünen zudem morgen um 11 Uhr in der Ottenser Hauptstraße, Ecke Bahrenfelder in Altona mit einer Verteilaktion aufmerksam.



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