Tag Archives: Migration

Solidarität mit Care-Migrantinnen

Dieser Artikel erschien ursprünglich im grün-feministischen Blog Grün ist Lila, welches ich zusammen mit anderen grünen Frauen betreibe.

Das deutsche Pflegesystwhocaresem beruht auf traditionellen Rollenvorstellungen, Care-Arbeit wird der Familie und damit hauptsächlich den Frauen zugewiesen. Diese Rolle wird in Deutschland von Frauen aber immer weniger ausgeführt und einige Familien stellen zu meist ungerechten Bedingungen Care-Migrantinnen ein um die Versorgungslücke zu füllen. Wie Kritik daran üben? Und wie solidarisch sein?  Continue reading

Situation der Migrantinnen in der häuslichen Care-Arbeit in Hamburg verbessern

Beschluss des Landesausschusses der GRÜNEN Hamburg vom 15. April 2014 auf Antrag von mir.

In Deutschland arbeiten zwischen 100.000 und 150.000 MigrantInnen, zum allergrößten Teil Frauen, in der häuslichen Care-Arbeit. Sie pflegen Alte, betreuen Kinder und leben gerade im Bereich der Pflege im Haushalt der zu betreuenden Person und übernehmen dort eine 24h-Betreuung. Die Beschäftigung vieler dieser Frauen ist hinsichtlich ihres Aufenthaltsstatus seit der EU-Osterweiterung legal, aber ihre Arbeitssituation ist häufig illegal, weil das deutsche Recht nicht erlaubt, dass Menschen 24 Stunden am Stück, 7 Tage in der Woche arbeiten bzw. Bereitschaft haben. Die betreuende Tätigkeit verrichten sie meist für einige Wochen oder Monate und werden dann von einer anderen Frau abgelöst, wodurch sie stetig zwischen Heimatort und Arbeitsort pendeln. Bei eigenen Care-Verpflichtungen im Heimatland werden diese in der Abwesenheit meistens von den Großmüttern wahr genommen. Häufig arbeiten aber Frauen, die bereits in Frührente sind, davon aber nicht leben können in der Pflege. Teilweise arbeiten sie komplett irregulär, teilweise haben sie ein Entsendeunternehmen und werden über eine Agentur vermittelt. In diesem Bereich haben die Frauen aber meistens keinen Arbeitsvertrag, sondern einen Werkvertrag ohne Regelungen zu Arbeitszeit, bezahlten Urlaub oder Krankheit. Die Pflegebedürftigen und ihre Angehörigen empfinden sich als KundInnen einer Dienstleistung, sind aber eigentlich Vorgesetzte, weil z.B. die Weisungsbefugnis bei Ihnen liegt. Damit gehen nach deutschem Recht auch Verantwortlichkeiten einher, die diese aber nicht oder kaum wahrnehmen. So sind die MigrantInnen z.B. nur schlecht oder gar nicht sozialversichert. Continue reading