Tag Archives: Sexarbeit

Rede: Selbstbestimmungsrechte und Schutz von Prostituierten stärken – Runden Tisch Prostitution einsetzen!

Rede zur Drs. 21/5618 Bericht des Ausschusses für Soziales Arbeit und Integration über die Drucksachen 21/3851: Mehr Schutz, Selbstbestimmung und verbesserte Rahmenbedingungen für Prostituierte – Der Senat muss die Umsetzung eines Prostituiertenschutzgesetzes auf Bundesebene unterstützen (Antrag der CDU) und 21/4048: Selbstbestimmungsrechte und Schutz von Prostituierten stärken – Runden Tisch Prostitution einsetzen (Antrag der GRÜNEN und SPD-Fraktion)

Pressemitteilung: Mehr Schutz und Selbstbestimmungsrechte

Engels: „Prostituierte vor Gewalt, Ausbeutung und Stigmatisierung schützen“

Die Hamburgische Bürgerschaft beschließt heute über die Einsetzung eines „Runden Tisch Prostitution“. Einen entsprechenden Antrag (s. Anhang) hatte Rot-Grün im April in die Bürgerschaft eingebracht, anschließend wurde er im Sozialausschuss beraten. Ziel des Runden Tisches ist es, die Situation der Prostituierten in Hamburg im Hinblick auf ihre Selbstbestimmungsrechte und ihren Schutz zu verbessern. Eine Herausforderung bleibt das von den Grünen stark kritisierte neue Prostituiertenschutzgesetz.

Mareike Engels, sozial- und frauenpolitische Sprecherin der Grünen Bürgerschaftsfraktion:

„Der Runde Tisch Prostitution wird auf unsere Initiative hin wieder aufgelegt. Das ist ein gutes Signal. Ich setze auf eine konstruktive Zusammenarbeit mit allen Beteiligten. Unser Ziel ist es, die Situation von Prostituierten in Hamburg zu verbessern und ihre Ausbeutung zu verhindern. Wir werden gemeinsam mit Sexarbeiterinnen und Sexarbeitern, Sachverständigen sowie den Behörden und bei Bedarf auch der Nachbarschaft diskutieren, wie wir die Betroffenen bestmöglich schützen und ihre Selbstbestimmungsrechte stärken können.
Ein großes Problem ist aus unserer Sicht das im Juni von der Bundesregierung verabschiedete Prostituiertenschutzgesetz. Es sieht unter anderem Meldeauflagen und verpflichtende Gesundheitsberatungen vor. Dies drängt die Betroffenen noch stärker in die Illegalität und stigmatisiert sie. Das ist genau der falsche Weg. Mit unserem Antrag haben wir sichergestellt, dass das Kontaktanbahnungsverbot in St. Georg evaluiert wird. Es ist ineffektiv, verdrängt Prostituierte aus dem öffentlichen Raum und macht sie so schutzloser. Auch dies ist aus Grüner Sicht der falsche Weg.“

Runder Tisch Prostitution – Worauf wir im Sinne des Schutzes und der Selbstbestimmung für Prostituierte achten müssen

Das Thema Prostitution ist eines, das nur allzu gern von den Medien und insbesondere der Klatschpresse aufgegriffen wird, das schnell hoch emotionale Debatten um Moral und gesellschaftliche Normen hervorruft und das allerseits die Gemüter bewegt. Gleichzeitig ist es ein Thema zu dem vielfach gesichertes Wissen fehlt und bei dem es bis heute an einer konsequenten sachorientierten Diskussion über die Bedingungen von Prostitution als Beruf und die Möglichkeiten des Schutzes von Prostituierten fehlt. Denn die Situation von Prostituierten muss bundesweit noch erheblich verbessert werden. Hamburg ist bekannt als Stadt der Prostitution. Sie führt seit Beginn ihrer Tage als Hafenstadt ganz besonders den Ruf des blühenden Prostitutionsgewerbes mit sich und noch heute ist die Reeperbahn mit ihren Sexshops und anliegenden Bordellen ein großer Anziehungspunkt – auch für Touristen und Geschäftsleute, die hier sexuelle Dienstleistungen entgegen nehmen. Auf der anderen Seite hat auch St. Georg als Bahnhofsviertel eine lange Geschichte von der Sexarbeit zu erzählen. Deswegen muss sich Hamburg ganz besonders mit der Frage nach besseren Bedingungen in der Prostitution auseinandersetzen.

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Pressemitteilung: Besserer Schutz und Stärkung der Selbstbestimmungsrechte von Prostituierten

Presseerklärung der Grünen Bürgerschaftsfraktion vom 14. April 2016

Rot-Grün will Runden Tisch einberufen

Die Fraktionen von SPD und Grünen beantragen in der heutigen Bürgerschaftssitzung die Einsetzung eines Runden Tisches zum Thema Prostitution in Hamburg (Drs. 21/4048). Ziel ist es, die Situation der Prostituierten im Hinblick auf ihre Selbstbestimmungsrechte und ihren Schutz zu verbessern. Außerdem soll der Bundesrat an den Beratungen zum geplanten Prostituiertenschutzgesetz angemessen beteiligt werden.

Dazu Mareike Engels, sozial- und frauenpolitische Sprecherin der Grünen Bürgerschaftsfraktion:

„Prostitution hat viele Facetten und hier gilt es, Menschenhandel und legale Sexarbeit auseinanderzuhalten. Wir setzen uns für eine bessere Verfolgung und Bekämpfung von sexueller Ausbeutung zum Zwecke des Menschenhandels ein. Mit dem Runden Tisch wollen wir die Grundlage schaffen, die Situation von Prostituierten in Hamburg zu verbessern. Dort diskutieren wir mit Expertinnen und Experten, darunter auch Sexarbeiter*innen, wie wir sie bestmöglich schützen können. Das Prostituiertenschutzgesetz, wie von der Bundesregierung geplant, sieht Maßnahmen wie Meldeauflagen und verpflichtende Gesundheitsberatungen vor, die Betroffene unter Umständen in die Illegalität drängen und Stigmatisierung Vorschub leisten. Das ist genau der falsche Weg. Außerdem wollen wir das Kontaktanbahnungsverbot in St. Georg evaluieren, das wir von vornherein abgelehnt haben. Es verdrängt Prostituierte aus dem öffentlichen Raum und macht sie so schutzloser.“ Continue reading

Sexarbeitskongress 2016 in Hamburg

Presseerklärung der Grünen Bürgerschaftsfraktion vom 1. März 2016 

Engels: „Mehr Schutz und stärkere Rechte für Sexarbeiterinnen und Sexarbeiter“

Vom 2. bis 4. März tagt in der Hochschule für Angewandte Wissenschaft Hamburg (HAW) der Sexarbeitskongress 2016. Er wird gemeinsam vom Berufsverband erotische und sexuelle Dienstleistungen (BesD e.V.), der HAW und dem Bündnis der Fachberatungsstellen für Sexarbeiterinnen und Sexarbeiter (Bufas) ausgerichtet. Ziel des Kongresses ist ein offener Rahmen, um über die Bedingungen von Sexarbeit zu diskutieren. Auch die zu erwartenden Auswirkungen des neuen Prostitutionsschutzgesetzes werden Thema sein. Die Grünen im Bund und in Hamburg kritisieren den Gesetzesentwurf aufgrund der vorgesehenen restriktiven Maßnahmen, wie Kondompflicht sowie der verpflichtenden Anmeldung für Prostituierte nachdrücklich und freuen sich auf die Diskussionen beim Kongress hier in Hamburg.

Dazu Mareike Engels, sozial- und frauenpolitische Sprecherin der Grünen Bürgerschaftsfraktion: „Sexarbeiterinnen und Sexarbeiter dürfen nicht stigmatisiert werden. Wie fast überall gilt: Wer mehr Rechte hat, kann sich auch besser schützen. Deswegen ist es wichtig offen und vorurteilsfrei die Arbeitsbedingungen, Schutzmöglichkeiten und angrenzende Gewaltphänomene wie Menschenhandel und Zwangsprostitution zu diskutieren. Der Sexarbeitskongress bietet dazu ein sehr gutes Forum. Im Fokus steht in diesem Jahr auch das vom Bundesfamilienministerium geplante und vielfach kritisierte Prostitutionsschutzgesetz. Wir Grüne lehnen dieses Gesetz ab. Es beinhaltet unter anderem Meldeauflagen sowie verpflichtende Gesundheitsberatungen und schreibt zudem Scheinmaßnahmen wie die Kondompflicht groß – das eigentliche Ziel verfehlt es dagegen komplett: Es muss endlich darum gehen, die in der Sexarbeit tätigen Menschen besser zu schützen und ihre Rechte zu stärken. Der Gesetzentwurf hingegen setzt die Diskriminierung von Sexarbeiterinnen und Sexarbeiter fort und drängt sie noch stärker in die Illegalität. Gerade deshalb hoffen wir auf Impulse des Kongresses, die konkrete Verbesserungen für die betroffenen Menschen bedeuten. Der Umgang mit den gesetzlichen Änderungen wird uns daher auch bald in Hamburg beschäftigen. Unter anderem dafür wird der hier von Rot-Grün geplante ‚Runde Tisch Prostitution‘ ein guter Ort sein.

Pressemitteilung: Junggrüner Besuch aus Brüssel

Am Freitag, den 23. Januar werden Mareike Engels, Kandidatin der GRÜNEN JUGEND Hamburg zur Bürgerschaftswahl und Terry Reintke MdEP Einrichtungen für Frauen und Mädchen in Hamburg besuchen.

Wie steht es um Frauen in der Wirtschaft? Wie wichtig ist die offene Kinder- und Jugendarbeit? Wie sieht die Situation von sich prostituierenden, drogenabhängigen Frauen in St. Georg aus?

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LMV-Rede: Prostitution – Dialogorientierte Politik statt Repression!

Bei der Landesmitgliederversammlung der GRÜNEN Hamburg am 27. September 2014 habe ich basierend auf dieser Vorlage gegen einen Änderungsantrag zum Wahlprogramm geredet.

Liebe Freundinnen und Freunde,

der Umgang mit dem Thema Prostitution ist schwierig und komplex. Es gibt hier keine einfachen Antworten und schon gar nicht die eine Antwort, die allen uneingeschränkt hilft. Die Antragstellerin fordert ein Verbot der Prostitution – aber genau diese Forderung halte ich für zu einfach und undifferenziert. Sie geht an den sehr unterschiedlichen Lebenslagen der Prostituierten vorbei und verschärft ihre sozialen Notlagen. Und auch als Feministin sage ich euch, so darf unsere Antwort nicht aussehen! Selbstbestimmung und Emanzipation sind für uns GRÜNE zentrale Werte. Bevormundende Politik können wir getrost den Konservativen in diesem Land überlassen. Denn soziale Probleme können wir nur sozialpolitisch lösen. Repression hilft den Prostituierten kein Stück weiter! Continue reading

Die GRÜNE JUGEND vor Ort: Besuch im Café Sperrgebiet

Bericht vom Besuch im Café Sperrgebiet, ursprünglich erschienen auf gruenejugendhamburg.de

Als GRÜNE JUGEND diskutieren wir gerne über die großen politischen Fragen. Uns ist es aber auch wichtig, vor Ort mit den Akteur_innen zu sprechen und von ihnen über ihre Situation zu lernen. Welche Probleme gibt es in Hamburg bzw. ganz konkret in St. Georg in der Sexarbeit? Welche Unterstützung brauchen die Frauen? Um Antworten näher zu kommen, waren wir zu Besuch im Café Sperrgebiet.

von Mareike Engels, Esther Schwedler und Maximilian Bierbaum

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