Pressemitteilung: 10 Jahre Equal Pay Day in Deutschland – Und der Kampf geht weiter

Rund 21 Prozent beträgt in Deutschland der Einkommensunterschied zwischen den Geschlechtern. Der Equal Pay Day, der sich hierzulande am Samstag, den 18. März 2017, zum 10. Mal jährt, führt diese Lohnlücke wieder deutlich vor Augen. 77 Tage – von Neujahr bis zum 18. März – müssten Frauen in Deutschland theoretisch umsonst weiterarbeiten, um in 2016 genauso viel verdient zu haben wie Männer. Zum zehnjährigem Jubiläum des Equal Pay Day plant die Landesarbeitsgemeinschaft Frauenpolitik auch dieses Jahr wieder eine Kneipentour – diesmal durch das Schanzenviertel!

Dazu Anna Gallina, Vorsitzende des Grünen Landesvorstands: „Zehn Jahre gibt es schon den Equal Pay Day in Deutschland und trotzdem haben wir es noch nicht geschafft eine Lohngerechtigkeit zwischen den Geschlechtern zu erreichen. Das ist nicht nur ungerecht, es hat auch gravierende Auswirkungen für viele Frauen. Minijobs und prekäre Arbeitsbedingungen, klägliche Renten und ein erhöhtes Armutsrisiko sind Lebensrealität für viele Frauen und mindern deren finanzielle Unabhängigkeit, sowie ihre Chancen sich beruflich und privat zu verwirklichen. Deswegen wollen wir Grünen, dass typische Frauenberufe in der Erziehung, der Pflege und dem Gesundheitssystem aufgewertet und besser bezahlt werden. Genauso fordern wir ein Entgeltgleichheitsgesetz auch für kleine Betriebe, damit Löhne auf ihre Diskriminierung hin untersucht werden können.“

Mareike Engels, frauenpolitische Sprecherin der Bürgerschaftsfraktion: “Der öffentliche Dienst ist ein wichtiger Arbeitgeber für Frauen, weil Beamtinnen und Angestellte hier zum Teil bessere Rahmenbedingungen vor finden. 56 Prozent der Beschäftigen der Stadt sind Frauen. Die Stadt unternimmt einiges um ihnen beispielsweise bessere Chancen auf Führungspositionen zu bieten. Dies wird in meiner SKA auch bei den Neueinstellungen in den höheren Besoldungsstufen deutlich. Viele Behörden erfüllen mittlerweile die Quote und Gleichstellungspläne sind fast in allen Dienststellen fristgerecht in Kraft getreten. Wir sehen aber auch im öffentlichen Dienst, dass weitaus mehr Frauen als Männer Elternzeit nehmen oder in Teilzeit arbeiten. Außerdem profitieren Männer viel stärker von Zulagen als Frauen dies tun. Dies hat auch Auswirkungen auf den ausgezahlten Lohn.“

Linda Heitmann, frauenpolitische Sprecherin im Landesvorstand der Hamburger Grünen, und Gesa Riedewald, Sprecherin der Landesarbeitsgemeinschaft Frauenpolitik, ergänzen: „Um auf diese und andere grüne Forderungen – wie die Abschaffung des veralteten Konzeptes vom Ehegatt*innensplittung oder ein Rückkehrrecht auf Vollzeit – aufmerksam zu machen, werden wir kommenden Samstag, den 18. März, eine Kneipentour durch das Schanzenviertel machen. Dabei werden wir die berühmten grünen Bierdeckel – ein Symbol ungleicher Bezahlung für gleiche Arbeit in Formangeknabberter Euromünzen – verteilen und mit den Leuten über grüne Lösungsansätze ins Gespräch kommen. Kommt mit und zieht mit uns um die Häuser – der Spaß kommt bei dieser Vermittlung grüner Politikziele erfahrungsgemäß nicht zu kurz!“

Treffpunkt ist diesmal: Samstag18. März um 19.30 Uhr im Haus 73 (Schulterblatt 73, 20357 Hamburg).